Es sind diese Momente, die das Sporttauchen zum Erlebnis machen: Wenn ein Oktopus minutenlang zum greifen nah vor einem auf dem Riff tänzelt und stets mit seinen Ärmchen wedelt. Oder wenn einem nachts Spanische Tänzer elegant durch den Lichtkegel der Tauchlampe schweben. Oder der Besuch eines Wracks und vieles mehr...
Wer vom Tauchvirus befallen ist, dem reichen zwei tägliche Tauchgänge, die man von der Küste aus unternehmen kann, bald nicht mehr aus - hier setzen Tauchsafaris an. Wer sich für eine Woche auf ein Boot begibt, kann nicht nur täglich bis zu vier Mal abtauchen, er gelangt auch an abgelegenere, weniger frequentierte Tauchplätze. Ab 50 absolvierten Tauchgängen ist man dabei, viele Teilnehmer haben ein Vielfaches davon hinter sich, andere haben schon lange aufgehört zu zählen.
Taucher stehen früh auf - meist schon um sechs Uhr. Den ersten Tauchgang unternimmt man jeweils vor dem Frühstück. Ein Zweiter folgt vor dem Mittagessen, am Nachmittag ein weiterer. Wer später noch mag, taucht in der Dämmerung nochmals ab und erlebt die Unterwasserwelt in einem ganz anderen Licht. Denn nun kommen die Tiere aus ihren Verstecken, etwa frei schwimmende, feisse Moränen, die tagsüber höchstens einmal den Kopf aus ihren Höhlen strecken.
Auf Komfort muss man dabei nicht verzichten. Die Kabinen auf den Tauchschiffen mögen etwas eng sein, doch ausser zum Schlafen und Duschen hält man sich dort kaum je auf. Das Leben an Bord findet primär an zwei Orten statt: im klimatisierten Salon sowie auf dem Sonnendeck. Hier wird geplaudert, gelesen oder gedöst. Und natürlich tauscht man sich darüber aus, welche Viecher man gerade vor der Maske und der Linse hatte: Napoleonfische, Triggerfische, Oktopoden, vereinzelt Haie, Feuerfische, Moränen, Rochen, bunte Schnecken, Seesterne und so einiges, das niemand hundertprozentig benamsen kann - den Spass an der Tauchsafari mindert das aber keineswegs.